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Dogbase

Dogbase – was ist das eigentlich?

Dogbase ist etwas für Hundezüchter,
... und für alle, die sich für die Hundezucht interessieren,
... und für alle, denen die Gesundheit und das Wohlbefinden einer bestimmten Hunderasse am Herzen liegt,
... und für alle, die sich für die Abstammung und die Stammbäume der Hunde interessieren,
... und für Leute, die Information (und Fotos) über ganz bestimmte Hunde suchen.

Dogbase ist eine EDV-Datenbank oder schlicht und einfach ein intelligentes PC-Programm, das man als CD kaufen kann. Es enthält Daten über alle Hunde der Vereine, die bei Dogbase eingeschrieben sind. Man kann es inzwischen schon für sehr viele Hunderassen bekommen, selbstverständlich auch für die Schweizer Sennenhunde.



Nun ist Dogbase aber nicht einfach eine Aneinanderreihung der gespeicherten Daten.
Der Wert dieses Programms liegt darin, dass diese Daten vom Anwender auf vielfältige Weise genutzt werden können. Es ist nämlich so programmiert, dass wir auf unserem Bildschirm gut verständliche Resultate ablesen können, während sich im Hintergrund komplizierte populationsgenetisch relevante Berechnungen abspielen.

Im Klartext heisst das: ich kann für einen Entlebucher den Stammbaum auf 5 Generationen einsehen und Auskunft erhalten über seine Inzuchtswerte, alle seine bekannten Gesundheitsdaten sowie seine bisher erbrachten Zuchtleistungen. Viele Hunde sind auch schon mit Foto vertreten.

Ausserdem ist es möglich mit diesem Programm Hunde miteinander zu kombinieren. So kann man z.B. für eine bestimmte Hündin auf Rüdenschau gehen und sich für jeden einzelnen möglichen Paarungspartner genau ausrechnen lassen, welchen Inzucht- und Homogenitätskoeffizienten die Welpen hätten, und wie gross die Wahrscheinlichkeit ist, dass die Nachkommen an einem der bekannten Augenleiden oder an HD erkranken.



Speziell für zahlenmässig kleine Rassen wie der Entlebucher hat eine solche Database eine herausragende Bedeutung. Schauen wir uns die einzelnen Punkte doch mal an:

1. Über die Wichtigkeit der Berechnung des Inzuchtsgrades eines Hundes oder eines ganzen Wurfes haben wir bereits informiert. Man darf nicht vergessen, dass der Inzuchtskoeffizient immer nur das Mass an Inzucht angibt, dass noch grösser ist, als die durchschnittliche Inzucht in einer Rasse.



Nun ist beim Entlebucher dieser durchschnittliche Verwandtschaftsgrad leider schon furchtbar gross, sodass wir wirklich bei einer geplanten Paarung darauf achten müssen, dass die Inzucht mit all ihren verheerenden Folgen nicht noch schlimmer wird.

Man sollte eigentlich nur Paarungen zulassen, die 0% Inzucht haben, aber das ist bei den wenigen Zuchttieren praktisch gar nicht möglich. So muss sie also so klein wie nur irgendwie möglich bleiben, und hier hilft dogbase schnell die korrekten Werte zu ermitteln.
Das ist natürlich auch viel genauer als nur ein Vergleich der beiden Ahnentafeln, zumal die Inzucht sogar dann noch gefährlich hoch sein kann, wenn auf den Ahnentafeln auf 3 Generationen kein einziger Name doppelt vorkommt!

2. Bei den Gesundheitsdaten fallen uns zunächst die Merkmale auf, die nur durch ein einziges Gen vererbt werden. Im Moment ist da die Augenkrankheit PRA ganz aktuell, weil die Gen-Untersuchungen gerade in vollem Gange sind.



Dogbase ermittelt die „Genotypwahrscheinlichkeiten für solche monogene rezessive Merkmale“. Das bedeutet, dass das System uns mitteilt, wie viele Tiere des zu erwartenden Wurfes frei von einer solchen Erbkrankheit sein werden, wie viele Träger dieser Krankheit sein werden und wie viele selbst daran erkranken werden.

3. Etwas komplizierter gestaltet sich die Rechnung, wenn man eine Voraussage machen möchte über das Auftreten einer Krankheit, die mit mehreren Genen vererbt wird.
Also zum Beispiel: Wie viele Nachkommen von zwei bestimmten Paarungspartnern würden voraussichtlich wirklich HD-frei sein, wie viele andere aber würden an HD in den verschiedenen Stadien leiden?



Neben HD macht uns das dogbase im Moment noch Angaben zur Auftrittswahrscheinlichkeit von Katarakt. Beim Glaukom hingegen wird nur erwähnt, ob es in der Familie des Hundes aufgetreten ist.

Man darf nicht vergessen, dass dogbase uns nur Rechnungen erstellen kann mit Angaben, die es auch von den Zuchtvereinen bekommt. Nun werden aber leider vom Entlebucher noch nicht viele Daten durchgegeben, aber mit Pra und HD ist schon mal ein guter Anfang gemacht worden, in Zukunft können noch weitere Informationen folgen.

Wenn wir bei einer Paarungsplanung wissen möchten, wie die Aussichten für diese verschiedenen Merkmale/Krankheiten sind, dann ist die einzig gute Möglichkeit das Ausrechnen eines Zuchtwertes unter Berücksichtigung aller Daten des Hundes … und zwar nicht nur von ihm selbst und seiner schon geborenen Nachkommen, sondern auch seiner Vorfahren und seinen Geschwistern.



Kaum ein Mensch ist aber fähig eine derartige Rechnung selbst durchzuführen und ständig anzupassen. Wir brauchen also den Computer!! Wir müssen einfach dogbase bei der Wahl der Zuchtpartner zu Rate ziehen, denn dieses Programm erledigt solche Rechnungen in Sekundenschnelle.

Und wie sieht das aus? Dogbase nennt uns für verschiedene Merkmale oder Eigenschaften den Zuchtwert, also eine Zahl. Um diese richtig interpretieren zu können, muss man die Grundfunktionen der Werte kennen.
Die Zahl 100 stellt jeweils den Mittelwert, der in der gesamten Rasse derzeit erreicht ist, dar.

Bleiben wir bei unserem Merkmal „HD“. Hier ist der Wert umso günstiger, je mehr er nach unten abweicht. Ein Hund mit einem HD-Wert von z.B. 86 kann als besonders günstig in Bezug auf HD-Belastung angesehen werden, er wird in der Regel aus einer HD-freien oder nur ganz gering belasteten Familie stammen.

Bei anderen Merkmalen (Katarakt-Auftrittswahrscheinlichkeit), oder weiteren Merkmalen, die man sich theoretisch auch im Dogbase vorrechnen lassen könnte (Merkmale wie „Typ“, „Bewegung“ und „Verhalten“ haben andere Sennenhundrassen bereits im System) ist der Wert um so positiver, je höher die angegebene Ziffer ist. Ein Hund mit einem Zuchtwert von z.B. 110 für den Typ kann hier als besonders positiv angesehen werden.

Weitere Informationen, die dogbase uns anbietet sind Todesangaben und -ursachen, sofern diese Daten in das System gelangt sind.

Abschliessend lässt sich sagen, dass dogbase wirklich in vielen Dingen der Zuchtbuch- und Vereinsführung grosse Vorteile bringen kann. Es ist sehr schade, dass noch nicht alle Vereine diese geniale Möglichkeit des modernen Zuchtmanagements nutzen.



Für den Entlebucher ist die Lage wie folgt:
Deutschland und Österreich sind im System enthalten, was soviel bedeutet, wie dass sie untereinander abgemacht haben ihre Daten in das System einzugeben zu lassen und sie gemeinsam zu nutzen.



Wir erfuhren auf Anfrage, dass Holland, Belgien und Dänemark in Kürze dazukommen werden. Aber den Anbietern von dogbase sind natürlich die Hände gebunden solange so ein für Entlebucher wichtiges Land wie die Schweiz nicht auch mitmacht, beziehungsweise seine Daten zur Verfügung stellt.

Hierzu möchten wir eine Aussage des Erfinders des dogbase-Programms, Dr. Reiner Beuing, zitieren:

„Es gehört eine intensive Vorbereitung dazu. In vielen Vereinen dauern solche Entscheidungsprozesse oft Jahre, weil es gilt, die Mitglieder von einem Zuchtprogramm zu überzeugen.



Viele Züchter haben Vorbehalte, weil jeder Vereinskollege sehen kann, wie seine Hunde auf Prüfungen und Zuchtschauen abgeschnitten haben. Die Transparenz durch DOGBASE lässt keine „Schönfärberei“ mehr zu. Allerdings sollte zu diesem Schritt jeder Züchter bereit sein, weil es fairer gegenüber den Kollegen und auch dem zukünftigen Hundeführer ist. Das Programm unterstützt schließlich nichts anderes als die vom Verein festgelegte Zuchtordnung. Letztlich geht es doch darum, gesunde und gut veranlagte Hunde für die Praxis zu züchten.“



Weitere Informationen gibt es auf der Website: http://www.dogbase.de/